“Fairänderer” verändern Bewusstsein

FAIRTRADE am Emsland-Gymnasium

Seit mehr als zehn Jahren gibt es in Rheine Gruppen und Initiativen, die sich mit den Themen des fairen Handels beschäftigen – und schon im Juni 2012 wurde die Stadt mit einer Urkunde als erste „Fairtrade Town“ im Kreis Steinfurt ausgezeichnet. Bis heute sind die Aktivitäten rund um den fairen Handel kontinuierlich gewachsen, auch und vor allem im Bereich der Schulen, von denen inzwischen eine ganze Reihe ebenfalls das Zertifikat „Fair Trade Schule“ erreicht haben.
Eine davon ist das Emsland-Gymnasium, das sich über eine sehr aktive Fairtrade-AG freut. Die sogenannten “Fairänderer” haben sich an einem Planungswochenende intensiv mit ihren Zielen, den dafür geplanten Aktivitäten und deren Organisation beschäftigt. Dank dieser neu entwickelten Strukturen können sie nun effizient das Bewusstsein für faires Handeln und Denken an der Schule vermitteln und verbreiten. Sie nutzen dafür vielfältige Aktionen und Möglichkeiten:
So verteilte beispielsweise der (recht jugendliche) Nikolaus, der alljährlich das Emsland-Gymnasium besucht und Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Sekretärinnen mit einem Nikolaus oder einer Route beschenkt, im letzten Jahr nur noch Schokoladennikoläuse aus fairem Handel. Gleiches gilt für die kleinen Überraschungen, die man zu Ostern verschenken kann.
Am letzten Elternsprechtag fand die jüngste Aktion statt: Hier führten die Fairänderer ein Experiment durch. Schüler, Eltern und Lehrkräfte sollten testen, ob die Vorurteile gegenüber fair gehandelten Produkten “Fairtrade ist zu teuer!“ berechtigt sind. Zum Probieren gab es Orangensaft und Schokolade, zum einen aus dem konventionellen Handel, zum anderen aus Fairtrade-Beständen.
Insgesamt kam der Fairtrade Orangensaft bei Lehrern, Eltern wie Schülern besser an als der konventionell gehandelte. Vor allem Schüler bevorzugen die Fairtrade-Varianten. Vielen Befragte schmeckten beide Varianten gut und sie versicherten, in Zukunft mehr auf das Fairtrade-Siegel zu achten.
Auch in der Lehrerkonferenz präsentierten zwei Schülerinnen das neue Konzept der AG: So erfuhr das Kollegium des Emsland-Gymnasiums durch einen kurzen PowerPoint-gestützten Vortrag mehr über das Team, bestehend aus 27 Mitgliedern, die Ziele und die Arbeitsweise der Gruppe.
Besonders interessant war die neue Struktur: Da gibt es ein Kernteam, das alle Arbeiten koordiniert, zudem aber auch eine „Event-AG“, die Veranstaltungen vorbereitet und organisiert, eine Diplomaten-AG, die Gespräche führt, vermittelt und den Weg freimacht, eine Paten-AG, die für Nachwuchs und Kontinuität in der Arbeit sorgt – und schließlich eine „Repräsentanten-AG“, die zum Beispiel so einen Vortrag vor dem Lehrerkollegium vorbereitet.
Am Ende dieses Vortrags gab es auch noch eine Belehrung, diesmal aus dem Munde von Schülerinnen gerichtet an die Lehrkräfte: „Normalerweise schimpfen Sie ja manchmal mit uns, heute müssen wir einmal mit Ihnen schimpfen. Wenn wir den fairen Gedanken ernst nehmen und unsere Ressourcen schonen wollen, dann sollten auch die Lehrkräfte des Emsland-Gymnasiums zukünftig nur noch doppelseitig kopieren. Das macht unsere Schultaschen leichter und schont die Umwelt!“ Die Schülerinnen wurden für ihren Vortrag und den engagierten Einsatz in der Sache mit einem großen Applaus belohnt.